Zughundewettbewerb

Eine Traditionsveranstaltung aus der Schweiz ist im Jahr 2016 in Deutschland wiederbelebt worden: der Zughundewettbewerb.

Gemeinsam mit Rasco war ich am Start, meinem Hund war die Freude an der abwechslungsreichen Geländestrecke mit verschiedenen Aufgaben deutlich anzumerken. Am Nachmittag galt es den Geschicklichkeitsparcours möglichst fehlerfrei zu überwinden.

Ich hatte einige Aha-Erlebnisse – zeigte mein Hund mir doch, was er alles kann, wenn man ihn nur läßt.

 

Geschichte

In der Festschrift 50 Jahre Schweizerische Kynologische Gesellschaft 1883-1933 findet sich ein Aufsatz von Professor A. Heim mit dem Titel Der Zughund in der Schweiz. In diesem befaßt sich der Autor auch mit den Zughundewettbewerben:

"Ausstellungen und Prüfungen von Zughunden sind schon oft in Belgien, Deutschland und Oesterreich abgehalten worden. In der Schweiz haben wir unter dem Protektorat der S. K. G. eine erste solche 1909 in Zürich und dann 1903 und 1913 weitere in Langenthal und am 12.V. 1929 in Bern veranstaltet.* Dabei galt es nicht dem Sport mit Rekorden. Vielmehr galt es, zu zeigen, wie der Zughund seine normale Arbeit leistet, wie er sich dabei benimmt, und wie er dazu geeignet ist. Es galt, Kritik zu üben am Hund, seiner Pflege, dem Wagen, dem Geschirr, um einen edlen Wetteifer unter den Zughundhaltern zu wecken und dieselben zu beraten."

Was Heim beobachtete gilt auch heute noch: die Hunde haben große Freude an ihrer Arbeit.

Die Emmentaler Bernhardinerfreunde haben viele Jahre lang in Bigenthal in der Schweiz einen internationalen Zughundewettbewerb abgehalten. Anfang 2014 trafen sie die Entscheidung, die Veranstaltung nicht weiter fortzuführen.

2016 wurde die Nachfolgeveranstaltung in Deutschland ins Leben gerufen. Federführend war Marion Wigand von der Ortsgruppe Kaiserslautern/ Rodenbach des Schweizer Sennenhund-Vereins. Mit der tatkräftigen Hilfe einer großen Anzahl Gleichgesinnter (es braucht wirklich viele helfende Hände!) hat sie einen Wettbewerb nach Bigenthaler Vorbild auf die Beine gestellt.

 

Der Wettbewerb

Vormittags bewältigen die Zughund-Mensch-Teams eine Geländestrecke, auf der verschiedene Aufgaben warten. Gehorsamsübungen wie sitz, platz und bleib gehören dazu, aber auch Praktisches aus dem Zughundealltag: Transport eines Gegenstandes, Wegräumen von Hindernissen und Rückwärtsfahren. An jeder Station gibt es Punkte für die korrekte Ausführung der Aufgaben. Am Nachmittag geht es dann auf den Geschicklichkeitsparcours. Hier ist Konzentration gefragt: Figuren müssen gefahren werden ohne daß Pfoten oder Räder die Markierungen aus Sägemehl berühren. Es gilt einen Schrägbalken, einen Wassergraben und eine Wippe zu überwinden. Die (mühsam) erwirtschafteten Punkte des Vormittags schmelzen nun zusammen.

Bei der Siegerehrung merkt man jedoch, wie unwichtig letztlich die Platzierung ist. Neidlos bleibt anzuerkennen, daß die "Profis" einfach toll mit ihren Hunden fahren können und einige Jahre Wettbewerbserfahrung mitbringen. Am Ende bleibt die Freude über den tollen Tag und der Stolz auf die Leistungen des eigenen Hundes. - Und viele neue Ideen, was man unterwegs so einbauen kann, damit die Ausfahrt interessant wird.

 

Mehr zum Wettbewerb gibt es auch auf Marions Seite bei den Großen Schweizer Sennenhunden vom Steinrech.

 

Wir waren dabei:

1. Zughundewettbewerb der SSV-Ortsgruppe Kaiserslautern/ Rodenbach 2016 - mit Rasco

Zughundewettbewerb 2017 - mit Rasco

 

* Der von mir zitierte Text scheint automatisch eingescannt worden zu sein, dabei sind einige Zeichen fehlerhaft umgesetzt. Wo es sich aus dem Sinn ergab habe ich dies korrigiert, bei den Jahreszahlen jedoch nicht, da ich die zutreffenden nicht kenne. Je nach Quelle finden sich die Jahreszahlen 1906, 1908 und 1913 bzw. 1909, 1911 und 1913. Der Link zum Text findet sich beim Lesefutter.

Zughundewettbewerbe in Bildern